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William Vinten beginnt 1909 mit der Produktion von Kinemacolor-Projektoren für Charles Urban. Im folgenden Jahr wird die Firma offiziell gegründet. Angesiedelt in der Wardour Street 89-91 im Herzen von Londons Film-Viertel firmiert das Unternehmen unter dem Namen W. Vinten Cinematograph Engineers.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs werden die Produktionsbetriebe des Unternehmens von der Regierung übernommen. Vinten und seine bestens ausgebildeten Ingenieure werden von Sopwith in Kingston-on-Thames, westlich von London, gebeten, in deren Flugzeugfabrik mitzuarbeiten.
Die Zusammenarbeit mit Sopwith führt 1915 zu einer Anfrage von dem neu gegründeten Royal Flying Corps an William Vinten, eine spezielle Filmkamera für den Einsatz in Flugzeugen zu konstruieren und zu bauen. Vinten entwickelt das Modell B – die erste Kamera, welche seitlich aus der Maschine hängend zu bedienen ist. Dies ist der Beginn von Vintens langer und enger Zusammenarbeit mit dem Militär und der Filmindustrie.



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William Vinten wird zum assoziierten Mitglied der „Society of Motion Picture Engineers“ (SMPE) und in die „Royal Photographic Society“ gewählt. Ferner ist er beteiligt an der Gründung des freiwilligen „Film Censorship Board“, aus dem das „British Board of Film Classification“ entstand.
In der Rezession, die auf den Ersten Weltkrieg folgte, verkleinert sich das Unternehmen von William Vinten auf gerade mal 3 Mitarbeiter. Erfindungsreich wie immer, hält er das Unternehmen mit der Produktion von Kleinteilen für die Automobilindustrie und Präzisionswerkzeugen für die Juwelierbranche über Wasser.
Als das Unternehmen wächst, treten auch die ältesten Kinder von William Vinten, Maisie und Charles, in die Firma ein. Später kommen noch seine Tochter Pip und sein Sohn Bill hinzu, wobei Bill Vinten bis Mitte der 80er Jahre als Direktor für Innovationen fungiert.
Vinten expandiert und zieht nach Cricklewood im Norden Londons um. Das Wachstum der Firma ist hauptsächlich der wiederbelebten Filmindustrie zu verdanken, für die spezielles Equipment entwickelt wird, z. B. für Unternehmen wie Kodak.





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Die „Silent Camera“ Modell H wird auf den Markt gebracht. Wie der Name schon andeutet, wurde die Kamera für die besonderen Ansprüche des Tonfilms konstruiert und entwickelt sich zu einer der populärsten Studiokameras der 30er Jahre in Großbritannien. Die Fachpresse jener Zeit berichtet, dass Vinten Kameras für zahlreiche Britische Produktionen und in vielen Studios Großbritanniens eingesetzt werden – Elstree, Welwyn, Scottish Film Productions of Glasgow, Highbury, Wembley, Stoll, Merton Park und anderen.
Vinten liefert eine Vielfalt an Equipment für die weltweit ersten Tests einer öffentlichen „High Definition“ Fernsehübertragung von Alexandra Palace im Londoner Norden. Das Baird Studio verwendet ein Intermediate-Filmsystem, das auf einer Vinten Kamera Modell H basiert. Vintens Kamerabefestigungen und Mikrofongalgen sind ebenfalls im Studio des Mitbewerbers Marconi-EMI anzutreffen.
Rund dreiviertel aller in Großbritannien gezeigten Filme werden 1937 mit Geräten verarbeitet, die von Vinten entwickelt sind. Darüber hinaus hat das Unternehmen eine starke Stellung in der Entwicklung von Ton- und Produktionsequipment.
William Vinten, der Gründer des Unternehmens, stirbt 1937 im Alter von 57 Jahren. Im Dezember des Jahres ehrt das „British Kinematograph Society Journal“ ihn wie folgt: „Die Britische Kinematographie-Industrie hat nicht nur eine außerordentliche Persönlichkeit auf technischem Gebiet, sondern auch einen Visionär mit Scharfsinn und von stiller Generosität verloren, dessen Wesenszüge ihm überall Respekt und persönliche Zuneigung eingebracht haben. Und in vielen Fällen auch die Dankbarkeit derer, die das Privileg hatten, ihn gut zu kennen.“
Vinten führt die Hochgeschwindigkeitskamera HS300 in den Markt ein. Lt. Charles Vinten begann sein Vater mit der Arbeit an der Kamera, als ihm eine Wette angeboten wird, dass er keine Kamera, die schneller als das Marie-System, welche einen 35-mm-Film mit 170 Bilder/Sek. transportiert, bauen könne. Nicht nur, dass Vinten diese Wette annahm, er beabsichtigt sogar, die Geschwindigkeit auf 300 Bilder/Sek. fast zu verdoppeln. Nach dem Tod seines Vaters beendet Charles Vinten die Konstruktion der Kamera.



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Durch den Zweiten Weltkrieg wächst der Bedarf an Aufklärungskameras. Seine Verträge mit dem Militär sichern Vinten eine weltweite Präsens auf dem Markt für Aufklärungsequipment, speziell mit der Kamera F24.
Zum Kriegsende wird der erste Prototyp der Studiokamera Everest gebaut. Eng damit verbunden ist die Entwicklung des Everest Pathfinder Dolly.
In den späten 40er Jahren beginnt der Broadcast-Markt aufzublühen und Vinten entwickelt die erste Telerecording-Kamera, die den Broadcastern eine Möglichkeit eröffnet, Live-Fernsehsendungen aufzunehmen und zu archivieren. Seit dieser ersten Kooperation arbeiten die BBC und Vinten zunehmend enger zusammen. Im Zuge dieser Zusammenarbeit adaptiert Vinten vieles seines Filmkamerasupports, um Equipment zu entwickeln, dass besser für Fernsehstudios und -kameras geeignet ist.
Eine neue Variante der Kamera Modell H, die im gleichen Durchlauf sowohl Ton als auch Bilder aufzeichnen kann, wird von der BBC zur Aufnahme der Königlichen Hochzeit eingesetzt. Und sie kommt auch 1953 beim Filmen der Krönungsfeierlichkeiten zum Einsatz: Bilder, die um die Welt gingen.





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Der erste Auftrag für eine Kamera vom Typ F95 kommt vom britischen „Ministry of Supply“ (Ministerium für Beschaffung). Die F95 ist in der Lage, stereoskopische Aufnahmen zu machen, bei denen die am Boden aufgenommenen Objekte dreidimensional erscheinen.
Der Vinten-Kran Heron wird für die BBC entwickelt, die sie für ihre Londoner Studios und Lokalstudios kauft. Die wichtigste Neuerung dieses Krans ist seine Fähigkeit, „Crab“-Fahrten durchzuführen, also völlig frei in jede Richtung manövriert zu werden. Somit bietet er die Flexibilität eines Pedestals mit erweitertem Höhenbereich und höherer Geschwindigkeit.
Die ersten beiden Prototypen des hydropneumatischen gasunterstützten Vinten Pedestals HP 419 werden an die BBC ausgeliefert. Das Pedestal ermöglicht den Kameraleuten gleichzeitig sowohl Fahrten als auch Kranbewegungen zu realisieren, ohne den Blickkontakt zum Monitor zu verlieren. Viele tausend dieser HP 419 Pedestale werden in der ganzen Welt verkauft, von denen einige selbst ein halbes Jahrhundert später immer noch ihren Dienst tun.
Die in den 50ern innerhalb von nur drei Jahren entwickelten Grundlagen des Vinten Pedestals weisen eine mehr als 50-jährige Erfolgsgeschichte in der ganzen Welt auf.
Markteinführung des MkII Schwenk-/Neigekopfes. Der Kopf ist der erste, welcher den Anforderungen der BBC an die Manövrierbarkeit entspricht. „Der Augenblick, in dem ich wusste, dass dies ein Durchbruch ist, war, als Marconi die Entwicklung seines eigenen Schwenk-/Neigekopfes einstellte.“, sagte Bill Vinten. „Sie hatten bereits sehr viel Zeit und Geld in die Entwicklung eines Torque-Bar-Kopfes investiert, als ich ihnen den Prototyp unseres MkII zeigte und der Forschungsdirektor zum Mechanik-Designer sagte: ‚Nun, den kannste vergessen’.“
Über die BBC erhält Vinten eine Anfrage der Königin. Sie bittet, einen weniger auffälligen Dolly für die Aufnahme der zweiten Weihnachtsbotschaft in Sandringham einzusetzen. Dar AÜ-Broadcast-Dolly ist so ausgelegt, dass er dieser Anforderung entspricht. Der Dolly, welcher auf Vollgummi- oder Luftreifen läuft, ist ziemlich schmal, so dass er einfach durch einen engen Gang oder das königliche Wohnzimmer gefahren werden kann. Im Studio eröffnet das Vinten Pathfinder MkII – ein für das Fernsehen umgebauter Original Pathfinder Filmstudio-Dolly – der BBC eine größere Bewegungsfreiheit und Flexibilität für Fernsehspiele und Unterhaltungssendungen.


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W Vinten Ltd zieht von Cricklewood nach Bury St. Edmunds in ein neues und großes Industriegelände im ansonsten ländlichen Suffolk um. Die Mehrheit der Angestellten zieht mit und freut sich über die Vorteile des Landlebens. Wie die Bury Free Press schreibt, begrüßt auch die örtliche Bevölkerung die Neuankömmlinge und den potenziellen Arbeitgeber sehr herzlich.
Vinten wird für den Peregrine Kran mit dem „Queen's Award for Technological Innovation“ ausgezeichnet.



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Vorstellung des Vinten Kestrel AÜ-Broadcast-Krans, der einen großen Höhenbereich für die Arbeit vor Ort bietet.
Vinten geht an die Londoner Börse. Das Wachstum von Vinten als Aktiengesellschaft und Markenname erreicht während der 70er immer neue Höhen.
Der Erfolg der Firma führt zu Umstrukturierungen. Der Name des existierenden Unternehmens wird in „Vinten Group“ geändert und ein neues Unternehmen „W Vinten Ltd“ gegründet. Die „Vinten Group“ ist für die Investment Holding sowie die Unternehmenspolitik zuständig, während die „W Vinten Ltd“ für die aktuelle Entwicklung, Fertigung und Verkauf die Fernseh- und Aufklärungsprodukte verantwortlich ist.
Das Vinten Fulmar Pedestal erhält 1974 den ersten „Annual Award“ der „Guild of Television Cameramen“. Das Fulmar markiert einen weiteren Meilenstein im Pedestaldesign, indem es auf Öl als Medium für den Gewichtsausgleich verzichtet und einzig auf Stickstoff (sowie eine hoch entwickelte Mechanik) setzt, um ein geräuschloses Pedestal für weiche Bewegungen anzubieten, das mit geringem Kraftaufwand zu bedienen ist.



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In den frühen 80er Jahren beginnt Vinten zusammen mit der BBC Kamerafernsteuersysteme für ihre neuen Studios zu entwickeln. Die Marke „Microswift“ ist geboren. Kurz darauf wird ein zweites Projekt im Parlament von Saskatchewan realisiert, bei dem die Beratungen der Landesregierung durch Microswift ferngesteuerte TV-Kameras übertragen werden.
Die Vinten Familie gründet die William & Ellen Vinten Stiftung, die Spenden für gemeinnützige Zwecke vergibt, um die Ausbildung und Schulung von Vinten Mitarbeitern und bedürftigen Menschen aus der Gegend zu fördern.
Die Leichtgewicht-Schwenk-/Neigeköpfe der Vision-Serie kommen auf den Markt. Sie verfügen über den patentierten „Perfekten Gewichtsausgleich“ von Vinten, der die Arbeitsweise der Kameraleute revolutioniert. Dank dieser neuen Produktlinie verdoppelt sich der Umsatz des Unternehmens.
Vinten teilt sich 1988 in zwei getrennte Geschäftseinheiten: W Vinten Ltd (heute Thales Optronics Ltd) beschäftigt sich ausschließlich mit Aufklärungsequipment und bezieht ein neues Firmengelände. Vinten Broadcast hingegen bleibt am angestammten Standort und konzentriert sich auf Kamerasupportsysteme für den Broadcast-Markt.
Die Vision Produktlinie erhält bei den „British Design Awards“ den „Design Council Award“. Darüber hinaus wird Richard Lindsay als Zweitplatzierter für den „Duke of Edinburgh Designers Prize“ geehrt.
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Auszeichnung der Vinten Kamerafernsteuersysteme mit dem „EMMY Award for Outstanding Achievement in Technical/Engineering Development“.
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Die letzte formelle Verbindung zwischen der Vinten Group und der Vinten Familie endet, als sich Bill Vinten im September 1992 im Alter von 72 Jahren aus dem Vorstand der Group zurückzieht, nachdem er 43 Jahre für das Unternehmen gearbeitet hat. Bill Vinten lebt immer noch in der Nähe der Firma und nimmt an ihr regen Anteil.
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Markteinführung der Vector-Produktlinie, den ersten kommerziell erhältlichen Schwenk-/Neigeköpfen, die voll einstellbar sind und einen perfekten Gewichtsausgleich für jede komplett ausgestattete Kamera bieten.
Der erste Vector-Kopf, der Vector 70, war berühmt für seine pantografische Gegengewichtsmechanik, die es ermöglichte, schwere Broadcast-Kameras ohne den Austausch von Kurvenschienen auszubalancieren. Der Vector 700 und der Vector 750, beides Entwicklungen auf der Basis des Vector 70, sind heute bei praktisch allen größeren Broadcast-Events ein gewohntes Bild.
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Zwischen 1989 und 1995 beginnt die Vinten Group mit einer Reihe von Firmenübernahmen, zu denen Manfrotto, Bexel, Gitzo, Bogen Imaging, TSM Inc und Sachtler gehören. Dies führt 1995 dazu, dass die Vinten Group plc ihren Namen ändert und zum Gründungsunternehmen der Vitec Group plc wird. Der Name Vinten bleibt als der bekannteste Name für Kamerasupport erhalten.
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Vorstellung der Vinten-Quattro-Pedestalserie, die erstmalig ein 4-stufiges Hubsäulendesign bietet. Dies resultiert in einem Höhenbereich von einem Meter, über dessen gesamte Länge ruckfreie „On-Air“-Höhenfahrten sowie eine perfekte Höhenbalance möglich sind. Gegenwärtig sind drei Versionen des Pedestals erhältlich, die in Studios und bei AÜ-Einsätzen häufig verwendet werden.




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Nach der Akquisition von Radamec 2003 wird der neue Markenname „Vinten-Radamec“ geschaffen. Radamec war erfolgreich in der Entwicklung ferngesteuerter Kamerasupportsysteme. In Ergänzung mit dem umfassenden Know-how und den Erfahrungen, die Vinten im Bereich der Fernsteuerungen aufweist, entsteht so eine einzigartige starke Marke.
Der Hauptsitz und das Fabrikgebäude in Bury St Edmunds erhalten im Rahmen einer Feierstunde mit Bill Vinten, dem Sohn des Firmengründers William Vinten, den Namen „William Vinten Building“.
Stan Gosling, Serviceleiter von Vinten, wird von der „Guild of Television Cameramen“ mit dem „Lifetime Achievement Award“ geehrt.
Unter großem Beifall wird auf der NAB 2009 die neueste Version des Vision-Schwenk-/Neigekopfes, der Vision AS, vorgestellt, der auf der Messe eine Reihe von Preisen erhält. Der Vision AS macht Vintens Technologie der „Perfekten Balance“ nun auch den modernen Leichtgewicht-Kameras und -Camcordern verfügbar.
100 Jahr nach seiner Gründung basiert das Unternehmen immer noch auf den Grundsätzen von William Vinten, nämlich einem höchst innovativen Design und äußerster Präzision bei der Fertigung. Durch sein Engagement, die Wünsche seiner Kunden mit Produkten zu erfüllen, die ihren tatsächlichen Anforderungen entsprechen, sowie einen exzellenten Service und Support zu bieten, bleibt Vinten weltweit das führende Unternehmen für Broadcast-Kamerasupports.
